Ingenieur

Chemieingenieur, Maschinenbauingenieur, Brennstoffingenieur - Ingenieure haben die Qual der Wahl. Der Verband der Ingenieure listet mehr als 50 teilweise hoch spezialisierte Studiengänge auf. Wir stellen zwei Ingenieurinnen bei WACKER vor.

Produktionsleiter-WACKER-Werk-Nünchritz

Ingenieure planen und optimieren Anlagen und Prozesse.

Eine einfache Antwort auf die Frage „Was macht eigentlich ein Ingenieur“ gibt es nicht. Dafür sind die Fachgebiete zu vielfältig. Eher unterscheidet man nach den Aufgabengebieten den Betriebs-, Entwicklungs-, Projekt- und Prozessingenieur.

Betriebsingenieure

entwickeln die technische Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit von unseren Anlagen weiter und sind so Teil der Führungsmannschaft eines Betriebes oder einer Betriebsgruppe.

Entwicklungsingenieure

legen den Grundstein für die großtechnische Realisierung von Ideen, Forschungsergebnissen und Betriebserfahrungen, zudem sind sie Partner bei der Optimierung von Prozessen.

Projektingenieure

arbeiten unter der Berücksichtigung von Umweltverträglichkeit, Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit an der Planung und Errichtung verfahrenstechnischer Anlagen.

Prozessingenieure

sind verantwortlich für die prozesstechnische Betreuung der konzerneigenen Herstellverfahren. Sie übernehmen die Einführung und Optimierung von betrieblichen Abläufen.

Sicherheitsingenieurinnen bei WACKER

Susanne Ackermann (links) und Carola Schock sind dafür zuständig, dass es auf dem Burghauser Werkgelände zu keinen Unfällen kommt.

Zur Person

Carola Schock ist Umweltschutz-Ingenieurin. Das Thema ihrer Diplomarbeit war: „Bioindikation in terrestrischen Ökosystemen Baden-Württembergs.“

Susanne Ackermann ist Chemieingenieurin. Sie hat ihre Diplomarbeit zum Thema "Stabilisierung des Farbpigments Irgazin DPP Orange RA mit verschiedenen Dispergieradditiven" geschrieben.

Die Aufgabe

Bei WACKER in Burghausen leiten zwei Frauen die Teams der Sicherheitsingenieure und Sicherheitsmeister. Sie sind dafür zuständig, dass es auf dem Werkgelände zu keinen Unfällen kommt.

Carola Schock und ihr Team der Anlagensicherheit sind dafür zuständig, dass die Anlagen auf dem Werkgelände sicher gebaut und betrieben werden. Sicherheitsanalysen, Explosionsschutz und Maschinensicherheit gehören zu ihren Aufgaben. 2001 wurde die Umweltschutz-Ingenieurin erste weibliche Sicherheitsfachkraft bei WACKER in Burghausen. Heute arbeiten in ihrem Team sieben Sicherheitsingenieure.

Doch Carola Schock ist nicht die einzige weibliche Führungskraft in der Sicherheitsabteilung: Ihre Kollegin Susanne Ackermann leitet die Arbeitssicherheit. Ackermann und ihre 13 Mitarbeiter kümmern sich um alle Belange der Sicherheit rund um den Mitarbeiter auf dem Werkgelände. Dazu gehören die Themen wie Arbeitserlaubnisscheine für gefährliche Arbeiten, die Motivation der Mitarbeiter zum sicheren Verhalten, Auswahl von geeigneter Schutzausrüstung sowie die Beurteilung von Arbeitsplätzen und Tätigkeiten.

Wenn es dann doch mal passiert, steht natürlich auch die Unfallanalyse auf dem Tagesplan. Wer würde denken, dass sich in einem Chemiebetrieb die wenigsten Unfälle beim Umgang mit Chemikalien im Betrieb oder Labor ereignen? Stolpern oder Ausrutschen sind die häufigsten Auslöser für schwerere Arbeitsunfälle.

Jeder Unfall und jedes Ereignis wird in Burghausen detailliert untersucht. Die Sicherheitsfachleute überprüfen vor Ort, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Ihr Ziel: Kein Unfall und kein Ereignis soll ein zweites Mal passieren. Diese Verantwortung nehmen Schock und Ackermann sehr ernst. „Schließlich soll jeder, der bei uns arbeitet, bis ins hohe Alter gesund bleiben“, sagt Susanne Ackermann. „Und auch Behörden, Polizei und Anwohner erwarten, dass wir unsere Sicherheitskultur immer weiter ausbauen“, ergänzt ihre Kollegin Carola Schock.

Und ansonsten?

Die gebürtige Freiburgerin Carola Schock erzählt, dass sie auch in der Freizeit mehr auf Sicherheit achte als andere. „Man sieht die Dinge einfach mit anderen Augen, wenn man so einen Job hat wie wir“, sagt sie. „Wir haben auch privat eine Vorbildfunktion“, meint Schock. „Schnell bei rot über die Ampel, das geht gar nicht.“

Bei WACKER arbeiten mehrere hundert Ingenieure in der Verfahrensentwicklung, im Anlagenbau und in der Betriebsbetreuung. Weitere Portraits dieser Aufgabenfelder folgen.